Segelflugausbildung

Bei uns kannst du mit 14 Jahren mit dem Segelfliegen beginnen und du darfst von Anfang an auf dem Pilotensitz Platz nehmen – natürlich immer mit einem kompetenten Fluglehrer. Spaß steht bei uns an erster Stelle, du musst also weder Hochleistungssportler, noch Mathegenie sein. Ein altes Sprichwort sagt „Wer Rad fahren kann, der kann auch Segelfliegen“. Falls du noch Fragen zur Ausbildung zum Segelflugpiloten hast, rufst du am besten unsern Ausbildungsleiter Segelflug an, seine Telefonnummer findest du unter Kontakte, oder du verabredest dich mit unserem Jugendleiter direkt am Flugplatz um weitere Fragen zu klären.

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Die Fakten

Die Ausbildung zum Segelflugpiloten kann bereits mit dem 14. Lebensjahr begonnen werden. Die Prüfung kann frühestens mit dem 17. Lebensjahr abgelegt werden. Die Ausbildung dauert im Normalfall 2 – 3 Jahre und erfordert ein hohes Maß an eigenem Engagement.

Theorie

Die theoretische Ausbildung findet vor allem im Winter statt und besteht im Großteil aus vereinsinternem Theorieunterricht und eigenen Lernphasen zuhause. Der Unterricht gliedert sich in folgende Fächer:

Navigation: Im Navigationsunterricht werden Grundkenntnisse im Kartenlesen, der Koppelnavigation und Interessantes über den Aufbau unseres Koordinatensystems vermittelt. Vorraussetzung für die Durchführung des Unterrichts ist eine professionelle Ausstattung des Schülers. Dazu gehören u.a. eine aktuelle Karte, am besten vom Gebiet München und eventuell der näheren Umgebung (Frankfurt am Main, Nürnberg). Die verbreitetste Karte ist die sogenannte ICAO Karte, die von der Mehrzahl der Segelflieger benutzt wird. Des weiteren benötigt der Schüler Navigationsbesteck, das sich zusammensetzt aus entweder einem elektronischen Navigationsrechner, oder dem mechanischen Äquivalent (Drehmeier), einem Kursdreieck, einem Taschenrechner (genaue Angaben zur Prüfungszulassung siehe Regierung Oberbayern) und eventuell einem Zirkel (kann auch weggelassen werden). Für alle die es luxuriöser angehen wollen gibt es noch einige interessante Navigationsbestecke, die allerdings für den Unterricht nicht verpflichtend notwendig sind.

Meteorologie: Eines der umfangreichsten Fächer. Hier wird einem der Aufbau unserer Atmosphäre, das Zustandekommen von Wettererscheinungen, Großwetterlagen, physikalische Grundlagen und der Umgang mit Wetterkarten und Wettermeldungen näher gebracht. Die Flugvorbereitung besteht zu einem großen Teil aus der Analyse des aktuellen Wetters und sollte sehr ernst genommen werden. Daher ist es sehr wichtig, nicht nur für die Prüfung sondern vor allem auch für die eigene Sicherheit dem Meteorologieunterricht aufmerksam zu folgen.

Aerodynamik: Hier werden die Grundlagen des Fliegens erklärt. Wie erzeugt ein Flugzeug überhaupt Auftrieb, wie funktioniert die Steuerung und wie fliege ich möglichst sauber und effizient. Für die eigentliche Bedienung des Flugzeugs ist die Kenntnis der aerodynamischen Zusammenhänge essentiell. Auch das Verhalten in besonderen Flugzuständen wird hier genauestens analysiert (siehe dazu „Verhalten in besonderen Fällen“).

Technik: Der Technikunterricht befasst sich mit dem Aufbau des Flugzeugs, der Verwendung der Instrumente oder auch der Berechnung von Startstrecken, des Schwerpunktes u.v.m.. Die meisten Abstürze sind auf menschliches Versagen zurückzuführen und diese Wiederum sind in großem Maß auf die schlechte Kenntnis der Technik zurückzuführen. Obwohl in einem Segelflugzeug „üblicherweise“ kein Motor zu finden ist behandelt der Unterricht trotzdem zu einem gewissen Maß Triebwerkskunde, was einerseits für eine spätere Ausbildung zum Motorflugzeug – Führer hilfreich ist und andererseits erst den Zugang zu Segelflugzeugen mit Motorunterstützung möglich macht, denn es gibt Segelflugzeuge mit Einklappmotoren, die einer extra Ausbildung bedürfen.

Verhalten in besonderen Fällen: Das spezielle Verhalten in Notfällen oder ungewohnten oder ungewöhnlichen Situationen wird gesondert in diesem Unterricht behandelt und sollte sehr ernst genommen werden, da die Verhaltensweisen oft nicht dem intuitiven Verhalten entsprechen sondern gezielt antrainiert werden müssen und daher in sämtlichen Aspekten nachvollziebar sein sollten. Sollten sie mal ins „Trudeln“ geraten und nicht wissen wie sie korrekt reagieren müssen ist ein Beenden dieses Flugzustandes kaum möglich und ein Absturz daher meistens unvermeidbar. Neben Notfällen wird u.a. auch das Fliegen im Gebirge oder die Außenlandung behandelt.

Menschliches Leistungsvermögen: Neudeutsch auch als „Human Factors“ bezeichnet beschäftigt sich mit der Anatomie des Menschen, Flugmedizinischen Basics und Fehleranalyse. Sauerstoffmangel, Druckabnahme, Beschleunigungskräfte oder auch Sinnestäuschungen machen das Fliegen gefährlich und verlangen vom Piloten ein hohes Maß an Konzentration aber auch Kenntnis des eigenen Körpers. Oft werden die Anzeichen für ein nahendes Unheil nicht richtig erkannt oder gedeutet, was die Hohe Zahl an Flugunfällen aufgrund menschlichen Versagens erklärt.

Luftrecht: Wie in allen Bereichen unseres täglichen Lebens gibt es natürlich auch in der Fliegerei eine Reihe von gesetzlichen Grundlagen, die einen geordneten Flugverkehr erst möglich machen. Sei es das Grundgesetz, die Luftverkehrsordnung, EU – Verordnungen, die Segelflugbetriebsordnung oder auch Zulassungsvorschriften, die Fliegerei hat inzwischen wenig mit den tollkühnen Flugexperimenten von früher zu tun und ist heutzutage durch eine Vielzahl von Verordnungen geregelt. Für eine geregelte Flugdurchführung und Schadensvermeidung ist die genaue Kenntnis dieser Regeln enorm wichtig.

Sprechfunkzeugnis: Neben der Theorieprüfung die obige Fächer umfasst muss zusätzlich eine Prüfung über den Sprechfunkverkehr durchgeführt werden. Diese kann in englischer oder deutscher Sprache vollzogen werden und erlaubt im späteren Flugverkehr das Funken in entsprechender Sprache. Neben der englischen Sprechfunkprüfung muss zusätzlich noch ein englischer Sprachtest absolviert werden um im Motorflug englisch funken zu dürfen.

Praxis

Die Praktische Ausbildung ist normalerweise der Einstieg für den Flugschüler. Hier wird einem die Bedienung des Flugzeugs und das Fliegen über längere Strecken beigebracht. Die Ausbildung erfordert ein hohes Maß an Interesse und Engagement im Verein. Ein Flugtag beginnt meistens gegen 9:00 und endet oft erst am Abend um 19:00, nimmt also im Normalfall den ganzen Tag in Anspruch. Die Flugtage beschränken sich meistens auf das Wochenende. Ein Tag besteht im Prinzip aus dem Aufrüsten der Flugzeuge, dem Sicherheitschek, einem Briefing und einer Einweisung am Morgen, dem Flugbetrieb tagsüber und dem Putzen der Flieger und Ausfüllen von Flug – und Bordbüchern am Abend. Oft ist an den Flugbetrieb noch ein Grillabend oder der gemeinsame Besuch einer Wirtschaft angehängt. Vorraussetzung für die Teilnahme am Flugbetrieb ist die Vorlage eines Tauglichkeitszuegnisses und die Aufnahme in den Verein. Sind genannte Vorraussetzungen erst erbracht kann sich der Flugschüler in vielen wichtigen Positionen einbringen wie z.B. dem Seilrückholfahrer, Startlistenschreiber etc.. Außerdem können mit etwas zusätzlichem Aufwand noch weitere Ausbildungen aufgenommen werden. Windenfahrer und Startleiter erfordern ein hohes Maß an Erfahrung und teilweise noch weiterführende Ausbildungen. Bis zum ersten Alleinflug trägt der Verein für den Schüler die Flugkosten.

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