Bundeswehr-Sportflieger-Gemeinschaft (BwSfGem FFB)

 

Presseinformation   12/02

 

 

Bundeswehr-Sportflieger-Gemeinschaft FFB organisiert internationalen Flying Cadet Exchange

Im Rahmen des EUAFA-Verbundes (European Air Force Academies) veranstaltete die Bundeswehr Sportflieger Gemeinschaft Fürstenfeldbruck e.V. (BwSfGemFFB) unter der Leitung von Hptm Andreas Boehl vom 15. bis 21. Juli 2002 ein Austauschprogramm, zu dem Anwärter des fliegerischen Dienstes ausländischer Streitkräfte eingeladen waren. Ziel des „Military Glider Flying Exchange“ war es, die Kadetten soweit im Segelflug zu schulen, dass diese ihre ersten Alleinflüge durchführen konnten.

In der recht kurzen Zeit kein einfaches Unterfangen, zumal die Wetterprognose für diese Woche eher enttäuschend war. Um den Flugbetrieb durchführen zu können, wirkten von deutscher Seite außerdem noch Leutnant Steffen Frank (UniBwM, Fluglehrer), Fähnrich Peter Lukasczyk (9./OSLw, Windenfahrer), Oberleutnant Jan Herchenröder (LTG 61), Leutnant Christian Pappert (UniBwM) und Stabsunteroffizier René Schmieder (9./OSLw) mit.

Nach der Ankunft von vier belgischen und zwei italienischen Offiziere/Offizieranwärter am Sonntag Abend ging es erstmals zur Kontaktaufnahme mit landestypischer bayerischer Kost (Schweinsbraten und Leberkas) in den Biergarten.

Am Montag morgen musste die Gruppe und ihre Begleiter der BwSfGem leider feststellen, dass die Meteorologen mit ihrer Schlechtwettervorhersage vorerst Recht behalten sollten.

Das Schlechtwetterprogramm war gut durchdacht und somit war das Wetter kein Problem. Alternativ stand ein Besuch des Deutschen Museums sowie eine Stadtbesichtigung von München auf dem Programm, der Abend klang mit dem ein oder anderen Bier sowie netten Gesprächen auf einer Feier der 9./OSLw aus.

Auch am Dienstag griff zuerst das Schlechtwetterprogramm in Form einer Besichtigung des Jagdbombergeschwaders 32 in Lechfeld. Am Vormittag klärte das Wetter glücklicherweise auf, und der Flugbetrieb konnte endlich beginnen.

Trotz der teils recht großen Flugerfahrung der Teilnehmer – zwei der Belgier konnten auf über 400 Flugstunden, u.a. auf Alpha Jet, zurückblicken – war für sie das Fliegen ohne Motor und vor allem der katapultartige Windenstart eine völlig neuartige Erfahrung. Da die nasskalte und bewölkte Wetterlage anfangs keine längeren Thermikflüge zuließ, konnten sich die Teilnehmer auf das Üben von Start und Landung konzentrieren und so starteten die vier Belgier bereits am Mittwoch, ohne den gewohnten Fluglehrer auf dem hinteren Sitz, zu ihrem ersten Soloflug. So fand Tag am Abend einen würdevollen Abschluss in Form einer Solofeier.

Das Finden von Aufwinden geschieht mit den Sinnesorganen, man sagt, das Segelflugzeug wird mit dem Gesäß geflogen. Um dieses Gefühl zu verinnerlichen, bekommen die frischgebackenen Alleinflieger unter den schadenfreudigen Blicken der umstehenden, meist erfahreneren Flieger, einen nicht unbedingt sanften Klaps auf selbiges. Nach den (Freuden-) Tränen gibt’s dann noch ein Gläschen Fürsty-Wüstenschnaps (Semmelbrösel mit Pfeffer) und anschließend das nun wirklich wohlverdiente Bier.

Ganz so schlimm kann es jedoch nicht gewesen sein, denn schon am späteren Abend ging es mit vollem Elan in den Kunstpark-Ost und am Donnerstag traf man sich wieder auf den Flugplatz.

Der mit 20 Flugstunden noch recht unerfahrene Alberto aus Italien musste nach seinem Solo am Freitag abend mit Anblick des heranfahrenden Autos der Flughafenfeuerwehr feststellen, dass das Ritual vom Vortag durchaus noch erweiterbar war. So konnte er nach der ausgiebigen Dusche vom Flughafenfeuerwehrfahrzeug, Semmelbröseln und Glückwünschen sein Bier allerdings auch genießen.

Nach einem abendlichem Besuch der Uni-Party in München, stand am Wochenende etwas Kultur auf dem Programm. Zitat von Hptm. Andreas Boehl: „...erst Schloss Neuschwanstein, anschließend spazieren wir noch ein Stündchen durch die Berge....“. Gesagt getan, nach 3 Stunden „spazieren“ und 1000 Höhenmetern („Turnschuhe reichen“) sind wir an der Hütte angekommen. Zum Glück für die Kadetten gab es auf dem Rückweg eine Abkürzung.

Bevor die etwas mitgenommenen Füße der Kadetten auf das nunmehr bekannte Gelände des Kunstpark-Ost gesetzt wurden, gab es bei einem gemeinsamen Abendessen noch einmal bayerische Kost, Urkunden und Abschiedsgeschenke, unsere beiden italienischen Gäste sollten uns schließlich schon am Sonntag verlassen.

Der Flug nach Belgien war erst am Montag angesetzt, so blieb noch Zeit für eine Besichtigung der Flugwerft Schleißheim und der KZ-Gedenkstätte in Dachau.

Viel geflogen, viel gefeiert, viel gesehen – so könnte das Fazit für diesen gelungenen Austausch lauten. Sowohl unsere Gäste als auch wir, die Gastgeber der Bundeswehr-Sportflieger-Gemeinschaft, können auf eine sehr schöne und abwechslungsreiche Woche zurückblicken, in der auf beiden Seiten viel gelernt und genauso viel gelacht wurde. Die gemeinsam erlebten Tage genauso wie die kurzweiligen Abende ließen schließlich Freundschaften entstehen, die möglicherweise Grundstein für weitere Besuche in unsere Partnerländer darstellen.

 

 

Bildunterschriften: Von links nach rechts: Hptm Andreas Boehl, Olt Jan Herchenröder, Lt Quentin Aelvoet, Lt Christian Pappert, Cadet Annalisa Carota, Lt Arnaud Henuzet, Lt Steffen Frank, Sgt Louis De Baets, FR Peter Lukasczyk, 1. Sgt Tim Coppenholle, StUffz René Schmieder, Cadet Alfredo Marotta.

 

Interessenten zu den Flugwettbewerben (15. Bundeswehr Sternflug und 21. Deutsche Meisterschaft im Navigationsflug) im August (12.-18.08) können nähere Informationen im Internet unter  http://www.fursty-events.de/  erhalten.

 

Jeder der sich für die Fliegerei interessiert und mehr darüber erfahren möchte, kann sich auch im Internet unter folgender Adresse informieren. http://www.bwsfgem.de