Bundeswehr-Sportflieger-Gemeinschaft (BwSfGem FFB)
Presseinformation 09/03
Bundeswehr-Sportflieger-Gemeinschaft
flog bei 13. Weltmeisterschaft im Navigationsflug
in Südafrika
vom 19.7.03 bis 4.8.2003

Die 13. Weltmeisterschaft im Navigationsflug fand in Rustenburg, Südafrika, statt. 51 Besatzungen aus 14 Ländern nahmen an diesem Wettbewerb teil, Deutschland war mit sechs Besatzungen vertreten, davon gleich zwei von der Bundeswehr-Sportflieger-Gemeinschaft aus der Kreisstadt Fürstenfeldbruck.
Die gesamte deutsche Mannschaft war bereits eine Woche vorher angereist, um von den angebotenen Trainingsmöglichkeiten Gebrauch zu machen. Bereits hier zeigte sich, dass in Südafrika in vielerlei Hinsicht alles ganz anders war. Es bedurfte einiger Übungsflüge, um sich mit der südafrikanischen Landschaft, aber auch mit den etwas gewöhnungsbedürftigen Streckenbildern anzufreunden. Hierzu kam, dass die Organisatoren sich angesichts der Weltmeisterschaft redlich bemüht hatten, die jeweils schwierigsten Aufgabenvarianten der FAI-Wettbewerbsordung auszuwählen, eine Tatsache, mit der nicht nur die Mehrzahl der deutschen Teilnehmer zu kämpfen hatten.
Vorbereitungszeiten von 15 Minuten für die Bestimmung von 18 Checkpunkten, davon viele mit zusätzlichen Plottingpunkten, bedeuteten, dass die Navigatoren meist noch das ganze erste Drittel des Fluges mit Rechnen beschäftigt waren. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, wenn man das in dieser Form bisher nicht trainiert hatte.

Nach der Eröffnungsveranstaltung fand das offizielle Training am darauffolgenden Tag statt. Der Trainingsflug war mit etlichen Pannen gespickt und ließ für den Wettbewerb, der zum ersten Mal in der Geschichte der Weltmeisterschaften mit Loggern (kleine GPS gestützte Positionskontrollgeräte) geflogen wurde, nicht Gutes ahnen. So waren zum Beispiel sämtliche Soll-Überflugszeiten falsch berechnet, was zur Verwirrung der Besatzungen führte und für viele den Trainingsflug völlig unnütz machte. Nach eindringlichen Appellen der internationalen Jury und Versicherungen des Ausrichters, dass der Fehler gefunden und behoben sei, fanden die Wettbewerbsflüge planmäßig statt.
Geflogen wurde in 2 Gruppen, da sich immer zwei Besatzungen ein Flugzeug teilten. Das Wetter war ausgezeichnet und der südafrikanische Winter zeigte sich mit Temperaturen um die 25 Grad C von seiner Besten Seite.
Wie bei allen Meisterschaften, ganz gleich, ob nationaler oder internationaler Art, gab es natürlich auch hier jede Menge Einsprüche und Proteste, deren Bearbeitung meist bis spät in die Nacht dauerte.

Mit der Abschlussveranstaltung endete die 13. Weltmeisterschaft im Navigationsflug. Weltmeister 2003 wurde die südafrikanische Besatzung Hopkins/de Klerk, gefolgt von den Besatzungen Darocha/Chrzaszcz (Polen) und Strube/Sicard (Frankreich) auf den Plätzen zwei und drei. Die deutschen Besatzungen platzierten sich wie folgt:
15. Dr. Burkhard Ryska/Günter Scholz (Nördlingen / Baldham)
29. Michael Bois/Franz Schünke (Ried / Fürestenfeldbruck )
30. Andreas Marko/Rudi Rieger
37. Rolf Martinssen/Georg Bleicher
39. Werner Lindner/Klaus Heege
40. Arnold Grubek/Dörthe Grubek
Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass innerhalb der Deutschen Nationalmannschaft die beiden besten Besatzungen von der Bundeswehr-Sportflieger-Gemeinschaft aus Fürstenfeldbruck kamen. In der Länderwertung belegte Deutschland den 8. Platz mit den Besatzungen Dr. Burkhard Ryska/Günter Scholz und Michael Bois/Franz Schünke (beide flogen für Fürsty)
Es muß ganz klar festgestellt werden, dass im Vergleich zu den Spitzenmannschaften in dieser Sportart noch ein erheblicher Trainingsbedarf – insbesondere, was das Fliegen mit Loggern angeht – besteht, wenn Deutschland in Zukunft in der Weltspitze mitfliegen will.
